Süßer die Töpfe nie klingen!

Für alle die es am Samstag den 17.12. nicht in die City zum Topfschlagen gegen Wohnungsnot schaffen gibt es in Hamburg nun weitere Orte. Für 16 Uhr wird von Stadtteilinititiven aus St. Pauli zum Topfschlagen auf der Reeerbahn aufgerufen. Einen weiteren Hot-Spot von »Hells Bells« wird es auf dem Alma-Wartenberg-Platz in Altona geben.

Das zentrale Topfschlagen in der Innenstadt beginnt ebenfalls um 16 Uhr – überall wo ihr dann grade seid. Vorher besteht die Möglichkeit an der Kundgebung gegen Vertreibungspolitik am Hauptbahnhof teilzunehmen. Im Anschluss gegen 16:30 Uhr findet noch eine Kundgebung von verschiedenen Initiativen gegen steigende Mieten am Rathaus statt, die natürlich ebenfalls Topfunterstützung brauchen kann.

17.12.2011 | 16 Uhr
Topfschlagen gegen Mietenwahnsinn und Wohnungsnot

Hot Spots und Treffpunkte von »Hells Bells«
– Hamburger Hauptbahnhof / Fußgängerzone in der City
– Reeperbahn / St. Pauli
– Alma Wartenberg Platz / Altona

17. Dezember 2011
16 Uhr
»Hells Bells«
Topfschlagen gegen steigende Mieten und Wohnungsnot in der City

Zum Aktionstag „Access all areas“ am 17. Dezember wird es eine mobile Mietenwahnsinnssymphonie in der Hamburger Innenstadt und anderen Städten geben. Die Geräuschkulisse der Innenstadt ist bestimmt von Jingle Bells in Weihnnachtsmarktlautsprecheranlagen und Kaufhauskettenradios, White Christmas Versionen in beschwörender Dauerschleife, stumm vor sich hin Einkaufenden zwischen Stimmengewirr und beharrlich klirrenden Glühweinbechern. Diese heile Welt des Konsums wollen wir verunsichern, um die Probleme der Menschen in der Stadt hör- und sichtbar machen und der verkaufsfördernd-monotonen Fahrstuhlmusik der Einkaufswelten den Höllenlärm der Wohnungsnot entgegen zu setzen.

Immer weniger Menschen können sich die steigenden Mieten leisten. Während diejenigen, die noch genügend Geld besitzen, auf ihre Rolle als Konsument_innen reduziert und umgarnt werden, ihre Probleme und politischen Fragestellungen aber zuhause lassen sollen, haben andere keine Wohnung und werden gleich ganz aus der Innenstadt verdrängt. Polizei und private Sicherheitsdienste vertreiben hierzu nicht nur Wohnungslose, sondern auch andere vermeintlich störende Bevölkerungsgruppen mehr oder weniger unauffällig durch Platzverweise und Bettelverbote. Hinter den Glasfassaden und Weihnachtsschmuckdekorationen verbergen sich Ausgrenzung und Verdrängung im städtischen Raum ebenso wie die ökonomischen Krisen und Ungerechtigkeiten der Zeit. Um diese verlogene heile Welt des Konsums mit dem Lärm der realen Welt zu konfrontieren, rufen wir alle auf, sich einmal mehr die Töpfe, Pfannen und Deckel zu schnappen. Trommelt, was das Zeug hält und lasst es scheppern, lasst es krachen!

Mietenwahnsinn als Weihnachtssymphonie

Im November diesen Jahres haben sich mehr als tausend Menschen an einer Mietenwahnsinnssymphonie in vielen Stadtteilen beteiligt. Am 17. Dezember wollen wir diese in anderer Form wiederholen und alle Unzufriedenen mit der Wohnungssituation in die Innenstädte einladen, um dort kollektiv gegen Mietenwahnsinn auf den Topf zu schlagen. Treffpunkt in Hamburg ist um 15 Uhr am Hauptbahnhof. Dort findet an diesem Tag eine Kundgebung gegen die städtische Vertreibungspolitik und Markus Schreiber statt. Von dort aus wollen wir in Form einer Zerstreuung die Innenstadt fluten. Später könnt ihr bei Lust und Laune auch an einer Kundgebung in Rathausnähe teilnehmen, die sich u.a. gegen die Wohnungsmarktpolitik richtet.

Wohnungsnot, steigende Mieten, Töpfe, Kochlöffel, Einkaufszonen und Weihnachtsmärkte gibt es überall! Bei der Mietenwahnnsinnssymphonie haben wir einen Klangteppich der Unzufriedenheit über Hamburg erzeugt. Nun wollen wir unsere Kritik expandieren und den Lärm des Protestes in zahlreichen Städten und Metropolen gleichzeitig hörbar machen. Auch in anderen Städten laden wir daher alle ein, sich selbstorganisiert an dieser Aktion zu beteiligen und Treffpunkte zu veröffentlichen.

Süßer die Töpfe nie klingen!

Wie und wo ihr lang geht, ob ihr euch weihnachtlich verkleidet, in Räuberzivil oder wie immer unterwegs seid, ist egal. Wichtig ist vor allem eines: Haut auf die Töpfe, hört wo geklopft wird, verändert die Akustik, indem ihr euch einander annähert und entfernt. Bummelt über die Weihnachtsmärkte, informiert euch in Fachgeschäften über sinnvolles Equipment oder bindet Gegenstände wie Laternenmasten, Zäune und Gitter im öffentlichen Raum ein, falls ihr gerade über keinen Topf verfügt.

Die »Hells Bells« Parade ist eine Form des Protestes, die von der Zerstreuung und der Topfartistik der Beteiligten lebt. Die Verdichtung der Teilnehmenden entsteht nicht durch die Form der Versammlung und ist keine klassische Demonstration, sondern durch die Vermischung topfschlagender Menschen mit den einkaufenden Massen.

»Hells Bells« bewegt sich dabei mit den Konsumströmen und bildet deren Bewegungen ab. Sie bildet kritische Massen, steht im Weg, geht Umwege, verhält sich als Teil des Ganzen und gleichzeitig immer wieder im unüberhörbaren Widerspruch und Gegensatz. Aus der räumlichen Verbindung, durch die Akustik und die Schwer- und Fliehkräfte sozialer Gruppen entsteht schließlich ein kollektiver Protest, der das Konsumgeschehen überlagert. Mögliche Absperrungen, Polizeikräfte oder Blaulichtspiele verstärken diesen Effekt schließlich und ergeben die Transformation des Gleichklangs der Einkaufswelt in einen surrealen Lärm kapitalistischer Wirklichkeit.

Mietenwahnsinn und Wohnungsnot abschaffen – Wohnraum vergesellschaften!
Keine Vertreibung von Wohnungslosen und anderen Menschen!
Recht auf Stadt für alle!

Mehr Informationen: http://www.facebook.com/mietenwahnsinnssymphonie

Infos zum Aktionstag: http://florableibt.blogsport.de/international-day-of-action/